Andreas Schwab, Claudia Lafranchi: 
Sinnsuche und Sonnenbad. Experimente in Kunst und Leben auf dem Monte Verità.Andreas Schwab, Claudia Lafranchi: Sinnsuche und Sonnenbad. Experimente in Kunst und Leben auf dem Monte Verità. Nicht schlecht gewählt ist der Titel eines Buches, das den bunten Strauss von Aktivitäten auf dem Monte Verità einfangen will: Sinnsuche und Sonnenbad. Tatsächlich gehörten Sonnenbäder und "Lichtluftkuren" zwischen 1900 und 1920, als Ida Hofmann und Henri Oedenkoven auf dem oberhalb Asconas gelegenen Hügel ein vegetarisches Naturheilsanatorium betrieben, zum täglichen Brot der Gäste. Wer in dem reich bebilderten Band blättert, kann Fotos aus diesen frühen Jahren finden: Damen in langen Reformgewändern und schnauzbärtige Herren in tolstoiartigen Umhängen, sich an den Händen fassend und mehrheitlich barfuss Ringelreihen tanzend. Mitunter liess man auch alle Hüllen fallen, ass Kirschkompott und Vollkornbrot, unterstützt freilich auch von geistiger Nahrung. Kein Blatt vor den Körper, aber auch kein Blatt vor den Mund: Da sprach die Pionierin Ida Hofmann schon einmal von den "heute allgemeinen, auf Egoismus und Luxus, auf Schein und Lüge" gebauten Verhältnissen einer Gesellschaft, die "krank macht" und "zur Umkehr" zwingt. Zu den Luftkuren und Gartenarbeiten der Anfangszeit gesellen sich Kunst, Theater, Philosophen, ein paar liebenswerte Sonderlinge und Anarchisten. Der Band berichtet, neben der Tessiner Experimentalphilosophie, auch von anderen "Orten" und Personen der Wahrheitssuche: vom "Atelier Amden", vom Psychoanalytiker Otto Gross, vom illustren Baron von der Heydt. (NZZ) » Zur Rezension...

gemeinden - brissago

Brissago befindet sich auf 196m.ü.M., am rechten oder westlichen Ufer des Lago Maggiore. Der Dorfkern liegt am See und die Weiler oberhalb von Brissago auf natürlichen Terassierungen. Die ganze Zone steht unter dem milden Einfluss eines subtropischen Klimas mit abwechslungreicher Vegetation, von Kamelien (nicht verwechseln mit Kamelen) und Mimosen bis Eichen, Kastanien und Birken.

Kunsthistorisch gilt die südlich etwas ausserhalb des Ortskerns gelegene Renaissancekirche Madonna del Ponte (1520-1545) als eine der bedeutendsten Schöpfungen der lombardischen Architektur in der Schweiz. Baumeister war Giovanni Beretta, der sich bei der Gestaltung der achteckigen Kuppel mit Säulengalerie sichtbar von Bramante inspirieren liess, dem Begründer der klassischen Architektur der Hochrenaissance, auf den u.a. die Umgestaltung des Vatikanpalastes und der Wiederaufbau der Peterskirche (1506) in Rom zurückgeht. Der schönste Profanbau des alten Stadtkerns, ist die Casa Branca (1680-1720), auch Palazzo Baccalà, mit seiner reich gestalteten Fassade. Südlich des Orts liegt die schon 1847 gegründete Zigarrenfabrik Fabbrica Tabacchi, deren Virginia-Zigarre "Brissago" unter Kennern einen guten Ruf geniesst und eine chronische Bronchitis garantiert..

Die Bergzone gipfelt auf dem Ghiridone (2'200m.ü.M.). See und Hügelzone bieten bezaubernde Erholungsmöglichkeiten: Schifffsfahrten, Segeln und Windsurfing, Tennis, Spaziergänge und Wanderungen in den Bergen. Brissago besitzt eine renommierte Hotellerie-Tradition.

Die Brissago-Inseln. Der Besuch des botanischen Gartens auf den Brissago-Inseln sollte in jedes Ferienprogramm in der Region nach Möglichkeit eingeschlossen werden. Im Park sind im Freien eine grosse Zahl subtropischer Gewächse gesammelt und ihrer Herkunft nach entsprechend angepflanzt worden. Folgende Regionen sind auf den Brissago-Inseln mit Pflanzen vertreten: das Mittelmeergebiet; die subtropischen Regionen Asiens von China über Korea bis Japan; das südische Afrika; Nord, Mittel und Südamerika; Australien und einige Inseln Ozeaniens. Ein Versuch, Pflanzen vom Süd- und Nordpol heimisch zu machen, scheiterte am milden Klima.

Die Geschichte der beiden Inseln verliert sich in grauer Vorzeit. Auf der kleinen Insel sind Spuren der Römer gefunden worden; Ruinen einer Kirche, die 1250 erbaut wurde und auf deren Mauern noch Fresken im romanischen Stil sichtbar sind. 1885 beginnt die Baronin Antonietta Saint Leger, die Inseln zu ihrem Wohnort zu verwandeln, wo Maler, Bildhauer, Musiker, Lustknaben und Schriftsteller gern gesehene Gäste waren. Sie lässt die Grosse Insel in einen exotischen Garten verändern und schreibt über die von ihr kultivierten Pflanzen ein Tagebuch, das 1913 in London veröffentlicht wird. Sie verliert schliesslich ihr ganzes Vermögen und verkauft 1927 die Inseln an den reichen Hamburger Kaufmann Max Emden. Dieser reicher Hamburger lässt den heute noch stehenden Palast, den Hafen und das "römische Bad" bauen; zudem lässt er die Pflanzungen erneuern. 1949 wurden die Brissago-Inseln vom Kanton Tessin, von den Gemeinden Ascona, Brissago und Ronco s/Ascona, vom Schweizerischen Naturschutzbund und dem Heimatschutz erworben. Die Inseln wurden zum botanischen Park des Kanton Tessin gemacht. Die Inseln sind ab Anfang April bis Mitte Oktober geöffnet und können mit den Kursschiffen von den Ufergemeinden oder mit einem Taxiboot ab Ronco aus erreicht werden. Auf einer der Inseln ist im Sommer ein Restaurant geöffnet, wo typische Isole di Brissago Speisen und Getränke serviert werden.

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