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Literaturtipp |
Jochen Schmidt: Lago Maggiore. Rother Wanderführer. Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen. Touristen, die den Lago Maggiore in jedem Jahr zu Hunderttausenden besuchen, erleben die Berge, in die der See eingebettet ist, oft nur als großartige Kulisse. An den Lago Maggiore fährt man, um auszuspannen, um sich zu erholen. Die zahlreichen pittoresken Dörfer und Städte an den Seeufern mit ihren Hotels und Restaurants, die Villen mit ihren mediterranen Gärten, die Burgen, Kirchen und Museen, die reizvollen Inseln und natürlich der See selbst bieten dafür hervorragende Voraussetzungen. Doch wer kennt schon die Bergzüge und die Gebirgsregionen des Varesino, des Alto Luinese und des Alto Verbano, die wildromantischen Canyons, die ausgedehnten Wälder mit ihren uralten Esskastanienbäumen, die Hochalmen und die verlassenen Bergdörfer? Zur Rezension... |
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La Lupa ist anders. Wenn die in Zürich lebende Tessinerin italienische
Lieder oder Gedichte singt, taucht sie in die Ozeane der Gefühle
ein - und mit ihr das Publikum. Was heisst singen: La Lupa erleidet die
melancholisch-tragischen Texte. Dann trägt ihr Vortrag Brecht'sche
Züge. Doch wo echter Witz vor (fast) nichts haltmacht, darf Tragik
komisch werden, Frivolität ergreifend. Dort hat - wie im wirklichen
Leben - überschäumende Lebenslust neben stiller Trauer Platz,
einladende Weiblichkeit neben ernster Zurückhaltung. La Lupa präsentiert
aber keine Show, sie ist eine.
La Lupas beeindruckende Bühnenpräsenz ist von entwaffnender
Natürlichkeit. So bestimmt auch nicht die ausgeklügelte Dramaturgie
Ablauf und Gestik. Das Leben selbst, La Lupas ureigene Lebensfreude wie
ihre Leidensfähigkeit machen die Darbietung zur Schau. Und wo das
Leben so spielt, spielt auch La Lupa: in Theatern, in Gärten, Schlössern,
Museen und Sälen, auf Plätzen, auf Terrassen, Dächern und
Schiffen. Die Texte singt La Lupa in ihrer Muttersprache. Und wer kein
Italienisch versteht - versteht trotzdem.
La Lupa ist eben wirklich anders. Weitere
Informationen...
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Piero Bianconi: Der Stammbaum. Eine Tessiner Chronik
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Piero Bianconi, geboren 1899 in Minusio, starb 1984 an den Folgen eines Verkehrsunfalles.
Nach der Lektüre des "Stammbaums" berührte mich dieser Umstand
als in seltsamer Weise folgerichtig und konsequent.
Der Stammbaum, im Original "Albero Genealogico", beginnt mit einem
Bild, das den Ursprung und Impuls des Romanes bezeichnen soll. Der 66-jährige
Bianconi steigt in der Junihitze gemeinsam mit seinem Sohn Filippo, dem Geologen,
hinauf ins untere Verzasca-Tal, in dem die Arbeiten an der Talsperre fortschreiten,
der "großen, gewalttätige Mauer, die das Tal absperrt."
Lärm von Baumschinen, die Rufe der Arbeiter und ein rasend schnelles Hin
und Her bestimmen die Szenerie. Des alten Bianchonis Welt ist das nicht, es
ist die des Sohnes und zwischen beiden Welten klafft eine Lücke, die an
Gewaltigkeit der Staumauer in nichts nachsteht.
Bianconi wandert also allein weiter auf der alten Straße nach Vogorno,
die morgen unter Wasser liegen wird. Er betrachtet die verlassenen, schon abgedeckten
Ställe, die noch seiner Generation halfen, dem Leben ein paar Krümel
abzuringen. Er steht vor den Trümmern des Stalls, in dem hundert Jahre
zuvor seine Mutter zur Welt gebracht wurde, aus dem sich die Großmutter
während der letzten Schwangerschaftswochen nur heraus begab, um sich eine
Handvoll Gras zu rupfen, die sie kochte, um nicht zu verhungern.
Es verwundert nicht, dass Bianconi sich nicht sonderlich heimisch fühlt
und an dieser Stelle mißtrauisch proklamiert: "Ich frage mich, zu
welcher Welt ich nun eigentlich gehöre, an welcher Welt ich teilhabe, so
ohne Verbindung mit der Vergangenheit und ohne Brücken in die Zukunft."
Es ist das Schicksal der Zwischengeneration, aufgewachsen in der Jahrhunderte
währenden Bergbauernplackerei des Verzasca-Tals, jetzt hineingeworfen in
ein touristisches und geschäftiges Tessin, mit Fahrstraßen, Reisegruppen,
Granitwerken und Glitzer.
Der Stammbaum ist dann der Versuch, etwas von der Vergangenheit hinüberzuretten,
damit es nicht - wie die alten Behausungen vor ihm - ausgelöscht und überdeckt
wird von der sich rasant verändernden Zeit, die scheinbar alle Verbindung
mit der Vergangenheit abgestreift hat. Das Buch erzählt die Familienchronik
der Bianchonis, jener auf dem Kopf stehenden Pyramide, die er beständig
mit sich herumzutragen meint. Aus Briefen, vergilbten Fotografien, Schuldscheinen
und Kirchenchroniken entsteht ein Bild des mühseligen, von Armut und Hunger,
von Zorn und Streit aber auch von guter Arbeit und Liebe zur Heimat geprägten
Tessin.
Vor allem erzählt der Roman aber von Auswanderung. Wie in so vielen anderen
Tessiner Familien, verließen die Söhne und Töchter zu Dutzenden
das Heimattal, das sie nicht mehr ernähren konnte und versuchten ihr Glück
in Australien oder Kalifornien. Diese Briefe sprechen von Heimweh, Verbitterung,
manchmal von unverhofftem Glück und Freiheit, aber nie von Abenteuerlust.
Während Bianconi in der Wiedergabe sorgsam seine Wurzeln archiviert und
konserviert, entsteht für den Leser ein ungemein berührendes und authentisches
Bild vom Leben der gottesfürchtigen, manchmal kauzig-starrköpfigen
und streitsüchtigen, oft etwas linkischen Bianconis und nebenbei eine Chronik
des wahren Tessin. Und das fast ohne Bitterkeit.
Das Buch kann für EURO 23.50 ab den Auslieferungen in Göttingen,
Wien oder Affoltern direkt beim Verlag bestellt (s.u.) oder über den normalen Buchhandel bezogen werden (ISBN: 3857914041).
Kai Tippmann
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Weiterführend... |
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| Segeln
auf dem Lago Maggiore |
Ein
Segeltrip auf dem Lago Maggiore ist nun wirklich ein unvergessliches
Erlebnis. Wenn Sie einen Tag, ein Wochenende oder eine Woche auf dem
See verbringen möchten, mit Freunden oder Familie oder romantisch
zu zweit, mit Musik, Abendessen oder nur Frühstück, dann
habe ich hier etwas ganz besonderes für Sie gefunden:
Segeln
Lago Maggiore... |
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