| CiaoLagoMaggiore |
|
|
CLM
Casella Postale 517
CH-6617 Brissago
ciao@ciaolagomaggiore.com
|
| CLM
Literaturtipp |
Pia Todorovic-Strähler: Märchen aus dem Tessin Was man sich beim Maisschälen alles erzählt (hat) "Vor vielen, vielen Jahren lebte ein armer Fischer mit seiner Frau und seinen zwölf Kindern. Die waren alle Faulpelze und hatten keine Lust zu arbeiten." Was man sich da nicht alles erzählt hat, wenn die Zeit lang wurde in den Ställen, am Feuer, beim Maisschälen: Der Teufel wird von listigen Frauen hereingelegt, der Wolf vom Fuchs und der liebesbedürftige Pfarrer von Bäuerin und Bauer, die kein Geld für neue Kleider haben oder der Herrgott schaut bei Dörflern vorbei und prüft ihre Gastfreundschaft. Es sind Fabeln und Legenden nach klassischer Art, Märchen von Brüdern, faulen Mädchen, Zauberern und Räubern - darunter Variationen von bekannten wie Aschenputtel -, aber auch lustige Schwänke und Schildbürgergeschichten, die an den Decamerone erinnern. Mehr Informationen... |
|

La Lupa ist anders. Wenn die in Zürich lebende Tessinerin italienische
Lieder oder Gedichte singt, taucht sie in die Ozeane der Gefühle
ein - und mit ihr das Publikum. Was heisst singen: La Lupa erleidet die
melancholisch-tragischen Texte. Dann trägt ihr Vortrag Brecht'sche
Züge. Doch wo echter Witz vor (fast) nichts haltmacht, darf Tragik
komisch werden, Frivolität ergreifend. Dort hat - wie im wirklichen
Leben - überschäumende Lebenslust neben stiller Trauer Platz,
einladende Weiblichkeit neben ernster Zurückhaltung. La Lupa präsentiert
aber keine Show, sie ist eine.
La Lupas beeindruckende Bühnenpräsenz ist von entwaffnender
Natürlichkeit. So bestimmt auch nicht die ausgeklügelte Dramaturgie
Ablauf und Gestik. Das Leben selbst, La Lupas ureigene Lebensfreude wie
ihre Leidensfähigkeit machen die Darbietung zur Schau. Und wo das
Leben so spielt, spielt auch La Lupa: in Theatern, in Gärten, Schlössern,
Museen und Sälen, auf Plätzen, auf Terrassen, Dächern und
Schiffen. Die Texte singt La Lupa in ihrer Muttersprache. Und wer kein
Italienisch versteht - versteht trotzdem.
La Lupa ist eben wirklich anders. Weitere
Informationen...
|
Plinio Martini: Requiem für Tante Domenica
|
Plinio Martini lebte von 1923 bis 1979 in Cavergno im Maggiatal als Volksschullehrer,
Lyriker, Romancier und Erzähler. Besonders
mit seinem Roman "Nicht Anfang und nicht Ende" hinterließ er
der Tessinliteratur einen schwer verdaulichen Brocken. Martini tritt auf als
Bewahrer einer verschwundenen bäuerlichen Kultur der südschweizer
Alpentäler und Chronist der rasanten Veränderungen technischer und
gesellschaftlicher Art, welche die jahrhundertealten Traditionen im Maggiatal
und seinen Seitentälern nachhaltig und effektiv beendeten.
Und so ist das "Requiem für Tante Domenica" natürlich nicht
nur ein Abgesang auf die verblichene Anverwandte sondern auf eine ganze Kultur.
Die Erzählung spielt im Val Bavona, einem engen und steilen Seitental des
Val Maggia, der Ort Aldrione ist fiktiv, steht aber stellvertretend für
die Lebensbedingungen im Bavonatal noch im frühen 20. Jahrhundert. Am Totenbett
der alten Jungfer und erzkatholisch-tugendhaften Moralwächterin Domenica
sitzt der ins Heimatdorf zurückgekehrte Neffe Marco und beschwört
- angesichts der sich in die Länge ziehenden Zeremonie - Jugenderinnerungen
herauf.
Im Zuge der wachsenden Industrialisierung des Maggiatals, der zunehmenden Motorisierung
und Verbindung der entlegenen Bergtäler mit der "Außenwelt",
angesichts der Aufgabe der jahrhundertealten Almwirtschaft und Lockerung katholischer
Moralverdikte erscheinen Marcos Erinnerungen wie eine Reise in ewig zurückliegende
Zeiten.
Martini erzählt von oftmals freudloser Knochenarbeit, Gottesfurcht im
angstbesetzten, wörtlichen Sinne, von Krankheit, von körperlicher
Entbehrung und Entsagung, von Armut und Auswanderung. Wenig romantisches erscheint
da - abgesehen einmal von Marcos im Schutze des Gewitters im Heu verbrachten
Nacht mit seiner Jugendliebe Giovanna - und kaum etwas, das man mit der klischeebeladenen
"Sonnenstube" der Schweiz verbinden würde. Im Gegenteil wird
ein genaues Bild der religiösen und weltlichen Kultur der armen Bergregionen
und seiner oft kauzigen Bewohner gezeichnet, das von "Heidi" genausoweit
entfernt ist wie die Alp Solögna von der Talsohle.
Dabei ist "Requiem für Tante Domenica" - wie auch "Fest
in Rima" - aber glücklicherweise nicht in Bitterkeit verhaftet.
Mindestens ebenso oft wie in "Nicht Anfang und nicht Ende" verfluchen
die Bewohner ihr Schicksal, an diesem elenden Flecken Erde geboren zu sein,
tragen aber schwer daran, wenn sie es verlassen müssen, weil das Land die
Mäuler nicht ernähren kann. Überdeutlich wird, dass Marco sein
Bavonatal in sich trägt und auch im deutschschweizer Exil noch aus jeder
Pore atmet. Und das ist allemal lebenswerter und stolzer als der furchtbar unsympathische
Einbruch der Moderne in Gestalt schnatternder Touristen oder des gräßlich
amerikanisierten Auswanderers Giacomo. Dabei ist das Büchlein verschmitzt
erzählt und erfreut oft genug durch einen gehörigen Hieb Ironie wie
er nur an schwierigen Lebensbedingungen geschliffen werden kann.
Martini ist eine der wenigen authentischen und ergiebigen Quellen für
jeden Tessin-Urlauber mit Interesse an Land, Leuten und Geschichte - mithin
ein Muß für alle, die sich für den Ursprung der pittoresken
Steinhäuslein im Val Maggia - jenseits aller Folklore - interessieren und
natürlich für alle, die gern wandern.
Kai Tippmann
|
|
Klicken Sie hier, wenn Sie das Buch erwerben wollen.
|
|
|
Weiterführend... |
|
|
| Segeln
auf dem Lago Maggiore |
Ein
Segeltrip auf dem Lago Maggiore ist nun wirklich ein unvergessliches
Erlebnis. Wenn Sie einen Tag, ein Wochenende oder eine Woche auf dem
See verbringen möchten, mit Freunden oder Familie oder romantisch
zu zweit, mit Musik, Abendessen oder nur Frühstück, dann
habe ich hier etwas ganz besonderes für Sie gefunden:
Segeln
Lago Maggiore... |
|